| Die neue Bundesstraße für Flöha . |
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Die AusgangssituationErste Überlegungen zur Verbesserung der verkehrlichen Situation gibt es in der Straßenbauverwaltung des Freistaates Sachsen seit Anfang der 90er Jahre. Es wurden umfangreiche Voruntersuchungen in Nord- und Südvarianten durch das Straßenbauamt Chemnitz geführt, die die jetzige Planung als Vorzugsvariante auswiesen. Durch das Augusthochwasser 2002 trat die dramatische Situation ein, dass die Stadt Flöha über mehrere Tage von der Außenwelt abgeschnitten war. Um solche Katastrophenfälle künftig unbedingt auszuschließen, wurde die hochwassersichere Verlegung der B 173 in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans aufgenommen und die Finanzierung aus den Bundesmitteln für Hochwasserschäden gesichert. Die B 173 verbindet die Mittelzentren Flöha, Freiberg und das Unterzentrum Oederan mit dem Oberzentrum Chemnitz. Sie ist mit der nördlich parallel verlaufenden Bundesautobahn (A 4) ein wichtiges Verbindungsglied im Bereich der überregionalen Verbindungsachse zwischen den Oberzentren Chemnitz und Dresden. Gleichermaßen hat die S 223 Bedeutung für die Anbindung des Erzgebirgsraumes an das überregionale Straßennetz. Gegenwärtig ist Flöha verkehrlich durch die Überlagerung der Verkehrsströme auf der B 173 und der B 180 geprägt, wobei die B 173 als Ost-West-Verbindung den maßgeblichen Anteil an diesen Verkehrsströmen besitzt. Die Bundesstraßen verlaufen direkt in der Ortslage und infolge vorhandener Zwangspunkte (Fluss- und Eisenbahnbrücken) konzentriert sich der größte Teil des Verkehrs auf diese beiden Bundesstraßen. Die DEGES plant im Auftrag des Freistaates Sachsen die Verlegung der B 173 in der so genannten Südvariante, die in einem Teilabschnitt als Bündelungstrasse mit der Bahnstrecke Dresden-Werdau (Sachsenmagistrale) geführt wird. Die geplante Kraftfahrstraße trennt Durchgangs- und Binnenverkehr und führt damit auch zu einer höheren Verkehrssicherheit für Radfahrer und Fußgänger im Stadtbereich. Die vorgesehene Maßnahme setzt sich aus zwei Teilmaßnahmen, dem Neubau der B 173 zwischen Niederwiesa und Falkenau und der Verlegung der S 223 zwischen dem Flöhaer Ortsteil Schweddey und der Verknüpfung mit der B 173 im Bereich des Golfplatzgeländes zusammen. Im Überblick stellt sich die Maßnahme wie folgt dar:
Der Planfeststellungsbeschluss vom Dezember 2007 wurde beklagt. Als Ergebnis der Verhandlung vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wurde ein Vergleich geschlossen. Danach soll die Straße im Bereich der Flöha-Aue zunächst nicht gebaut werden. Für diesen Teilabschnitt ist ein ergänzendes Planfeststellungsverfahren einschließlich einer erneuten Variantenprüfung durchzuführen, dass mit einer ergebnisoffenen Entscheidung über die Planfeststellung in diesem Bereich abschließt. Für den 1. Bauabschnitt der B 173 n von Niederwiesa bis zum Anschlusspunkt an die 5 223 und die S 223 selbst, der von der Klage nicht betroffen ist, wurde der Bauauftrag am 25. Januar 2010 vergeben. Die Bauarbeiten werden je nach Witterung im März 2010 beginnen und voraussichtlich Ende 2011 abgeschlossen. Die vorgezogenen Bauwerk 4 Zschopaubrücke und Bauwerk 12 Talbrücke Schweddey wurden planmäßig und in hoher Qualität fertig gestellt. Technische Daten
Ergebnis der schalltechnischen Untersuchung Gegenwärtig sind viele Einwohner von Flöha durch den Verkehrslärm auf der B 173, B 180 und S 223 betroffen, an 135 Wohneinheiten treten Grenzwertüberschreitungen auf. Aktive Schallschutzmaßnahmen wie Lärmschutzwände wären an den vorhandenen Straßen nicht umsetzbar. Durch die Verlegung der B 173 und der S 223 wird der Verkehr in neuen Trassen gebündelt. Damit ist zugleich der Bau von Lärmschutzwänden technisch und städtebaulich möglich. Gemäß den gesetzlichen Vorgaben zur Einhaltung der Grenzwerte für den Lärmschutz wurden insgesamt ca. 2.400 m Lärmschutzwände in einer Höhe von 2-4 m planfestgestellt. Es verbleiben acht Wohneinheiten, an denen die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Hier besteht der grundsätzliche Anspruch auf passiven Schallschutz. Planungsgeschichte/Zeitablauf
Landschaftsplanung Die B 173 Flöha liegt in einem sensiblen Landschaftsraum des Erzgebirgsvorlandes. Naturnahe Fluss-Auen und Waldgebiete grenzen zum Teil unmittelbar an das Stadtgebiet, die Fluss-Auen der Flöha und der Zschopau im Bereich der B 173 sind Natura 2000 Schutzgebiete. Die Fließgewässer mit ihrer Fischfauna sind ebenso schutzbedürftig wie die gewässergebundenen Fischotter und seltene Vogelarten. Besonderen Wert besitzen naturnahe Gehölzbestände entlang der Ufer sowie Hochstaudenflure und naturbelassene Uferabschnitte. Einige Fledermausarten nutzen die Fließgewässer als Nahrungsraum und Wanderkorridor. Daher erfordert die Querung der Fluss-Auen spezielle Maßnahmen, um mögliche Beeinträchtigungen auf das unbedingt notwendige Maß zu reduzieren. Dies sind unter anderem speziell konzipierte Brückenbauwerke mit optimierter Pfeileranzahl, Reduzierung des Baufeldes und der Bauzeit, Vorschubbauweise. Es erfolgt eine Renaturierung der baubedingt beanspruchten Flächen und die Kompensation der Eingriffe in den Landschaftsraum durch Maßnahmen zur Verbesserung der Auen (u.a. Rückbau eines Fabrikgeländes im Bereich der Zschopau-Aue). Bereits 2008 wurden 3,6 ha Artenschutzmaßnahmen auf einer Ackerfläche in der Flöha-Aue umgesetzt. Diese umfassen Anlage von Kleingewässern mit Kiesbänken, extensives Grünland, Bachrenaturierung und Anlage von Laubwald. Die Offenlandbereiche wurden bereits vom Flussregenpfeifer als Brutplatz angenommen. Insgesamt sind rund 36 ha Naturschutzmaßnahmen vorgesehen, um den Eingriff in Natur und Landschaft zu kompensieren. Informationen zu den Bauwerken >> Übersichtstabelle der einzelnen Bauwerke >> Übersichtskarte mit den Bauwerken: 1, 3Ü, 4, 5, 6, 7Ü, 8, 9Ü, 12 >> Skizze Bauwerk 4 (Brücke über die Zschopau) >> Skizze Bauwerk 12 (Brücke über die Augustusburger Straße) Kartenmaterial: >> Übersichtsplan Staßenverlauf (stark vereinfacht) >> Übersichtsplan Straßenverlauf (Maßstab 1:25000) >> Detailplan Straßenverlauf (Maßstab 1:5000) >> Verlängerung Bahnsteigunterführung in Verbindung mit einer Park-and-Ride-Anlage (Link) >> Detailplan Bereich ehem. IBARA-Gelände/Dammstraße
Beide Animationsfilme wurden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit für dieses Projekt durch die Firme DEGES GmbH der Stadt Flöha bereitgestellt. (Quelle: DEGES GmbH, Visualisierung A+S Consult) Kummerkasten für Betroffene Auf die Stadt Flöha kommen bis zum Ende der Baumaßnahmen spürbare Belastungen zu. Ohne Lärm und Staubbelastung kann dieses große Bauvorhaben nicht realisiert werden. Die reguläre Arbeitszeit an der Trasse ist von 7 bis 18 Uhr vorgegeben. Die Bauleitung hat ihren Sitz im Verwaltungsgebäude der Erdgas Südsachsen GmbH am Mörbitzbach 10. Dort befindet sich auch ein sogenannter „Kummerkasten“ für Anliegen der Bürger. |
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Die Ausgangssituation