Verkehrsinformationen

Kirchenbrücke in Flöha bis Dezember 2020 gesperrt Augustusburger Straße Kirchenbrücke

Auf Grund des Neubaus der Kirchenbrücke wird die Augustusburger Straße in Flöha zwischen Turnerstraße und Talstraße vollgesperrt. Die Umleitung erfolgt über die B 173 Chemnitzer Straße und B 173 n (Ortsumfahrung Flöha).

Kalender
Weiterlesen Alle Verkehrsinfos

Veranstaltungen +

Mi Do Fr Sa So Mo

Veranstaltung im OT Falkenau

Weiterlesen

Lebendiger Adventskalender

heute in der Volkssolidarität

Weiterlesen

Veranstaltung im OT Falkenau

Weiterlesen

Öffentliche Sitzung des Verwaltungsausschusses des Stadtrates Flöha

Weiterlesen

Lebendiger Adventskalender

heute in der Volksbank

Weiterlesen

Große Weihnachtsfest-Revue

Weiterlesen

Lebendiger Adventskalender

heute in „Unser Laden Falkenau“

Weiterlesen

Lebendiger Adventskalender

heute in der bar academy

Weiterlesen

Advents- und Weihnachtsliedersingen im Kerzenschein in der Kirche Niederwiesa

Veranstaltung der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Flöha-Niederwiesa

Weiterlesen

Lebendiger Adventskalender

heute bei der Freiwillige Feuerwehr

Weiterlesen

Lebendiger Adventskalender

heute in der Oberschule

Weiterlesen
Alle Termine

Die Geschichte der Kirchenbrücke

Bautätigkeit an der Flöhaer Kirchenbrücke im Juli 1897. Foto Archiv Lothar Schreiter

Eine geschichtliche Betrachtung von Lothar Schreiter

Flöha, angesiedelt am nördlichen Rand der ersten Weitung des nach Süden hin beginnenden Erzgebirges stellte die Einwohner mit ihren beiden Flussläufen Flöha und Zschopau von Anfang an vor Probleme, mitunter vor sehr Große.
Mit der Hörigkeit zunächst zu den Schellenbergern und nach deren Vertreibung im Jahr 1324 als ein Amtsdorf der Wettiner war eine Abhängigkeit und damit eine Kommunikation nach dem Schellenberg, heute Augustusburg, zum Beispiel der zu Ostern und zu Michaelis (Herbst) zu erbringenden Steuern, damals Fron genannt, vorgezeichnet. Damit war eine öftere Querung der Flüsse nachzuvollziehen. Aber auch die Bewirtschaftung auf der jeweils anderen Seite der Wasserläufe forderte von Anfang an die Anlegung von Furten an flachen Flussstellen. Wegen der bei uns herrschenden hohen Fließgeschwindigkeiten der Flüsse waren die Furten nicht rechtwinklig, sondern eher diagonal durch die Flussläufe angelegt. Zu erkennen ist das heute noch an der Straßenführung der Augustusburger Straße vom Schulberg her, der übrigens bis etwa 1910 Gemeindeberg genannt wurde.
Wann nun der erste Brückenschlag an dieser Stelle erfolgte, ist nicht bekannt, da bisher jegliche Aufzeichnungen fehlen. Wir wollen aber mit unseren Altvorderen nicht allzu sehr ins Gericht gehen. Ihnen war bis zur Reformation in Sachsen, dem 12. Juni 1539, das Schreiben und Rechnen fremd.

Eine älteste Nachricht, so berichtet Rudolf Hans, stammt vom 17. März 1573. Der Vertag lautet: „Brückenvortrack Beide Gemeinen, Flohe vndt Plaw belangende …“ Nach diesen urkundlichen Nachrichten hatte die Gemeinde Plaue gemeinschaftlich mit der Gemeinde Flöha sowohl die von Plaue hereinführende Straße als auch die Kirchenbrücke zu unterhalten, Plaue mit dem 4. Pfennig. Es gab also zu dieser Zeit bereits längst eine Brücke.
An den fortwährenden Reparaturen und umfangreichen Instandsetzungsmaßnahmen hatten die Einwohner der beiden Orte immer schwer zu tragen, auch wenn Zuschüsse vom Land dabei waren. Vor allen Dingen die jährlich im Frühjahr stattfindenden Eisfahrten trugen besonders dazu bei.

Aber nicht nur die Hochwasser, sondern auch Kriegshandlungen führten meist aus strategischen Gründen zur Zerstörung der Übergänge. So waren zum Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 in Flöha gerade einmal von den 23 Bauerngütern noch drei in einem leidlichen Zustand. Alles andere war verlassen oder zerstört. Nach dem Siebenjährigen Krieg im Jahr 1763 haben wir Kunde vom Wiederaufbau der wichtigen Landbrücke. Die Kirchenbrücke wird gleich gar nicht erwähnt. Sie war eben für den Fernverkehr unwichtig. Dafür erhalten wir aber vom Pfarrer Magister Merkel zur Kirchenbrücke während der Napoleonischen Kriege wichtige Auskünfte. So beschreibt er akribisch die Nahkämpfe der Tage um den 1. Oktober 1813 der oberhalb des Schulberges zurückflutenden Franzosen und der österreichischen Scharfschützen jenseits der Kirchenbrücke, wobei die Brücke aus militärischen Gründen zu Wasser gelassen werden musste und aus gleichen Gründen an einem der nächsten Tage von den Einwohnern in einer nächtlichen Gewaltaktion unter Todesandrohung des Gegners wieder zusammen zu bauen war.

Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege erfolgen über Jahrzehnte hinweg Notreparaturen. Erst 1839 kam es zu einem Brückenneubau. Vorausgegangen war dabei auch ein Streit zwischen den Gemeindesräten Flöhas und Plaue. Flöha verfolgte den Bau einer steinernen Brücke, während Plaue auf den Bau einer weit aus billigeren hölzernen Brücke mit steinernem Mittelpfeiler bestand und sich damit durchsetzte. Wir wissen: Plaue hatte von alters her ein Viertel der Kosten beizusteuern. Zu großen Reparaturen kommt es dann in den Jahren 1841 und 1871.
Aus dem Gemeindeprotokollbuch der Gemeinde Flöha ist notiert: Am 27. Juni 1872 genehmigt die Amtshauptmannschaft den Kirchenbrückenneubau. „Der Fahrverkehr ist während des Baues über Falkenau und Erdmannsdorf geregelt. Dauer maximal 14 Tage.“ Am 13. November 1872 wird nach der Revision die neu erbaute Kirchenbrücke als gut und tüchtig ausgeführt befunden.

Wie sahen die Brücken bis dahin aus? Wir wissen nichts Vollständiges darüber. Der erste Brückenschlag dürfte mit hölzernen Stützen und einer hölzernen Auflage ohne Bedeckung (Dach) und ohne Geländer erfolgt sein. Die Breite war den Pferdewagen entsprechend mit 6 bis 7 Ellen (3 bis 3,5 Meter) angepasst. Es konnte also jeweils nur in eine Richtung gefahren werden, was für die damalige Zeit ausreichend war. Ausgangs des Mittelalters wurden auch auf dem Land bedeckte Brücken zahlreicher. Brücken mit einem Dach sind zwar wesentlich teurer in der Herstellung, aber dafür auch wesentlich länger haltbar. Wir kennen heute noch die unter Denkmalschutz stehenden bedeckten Brücken in Hennersdorf und in Hohenfichte/Metzdorf. Nach alten Stichen um 1840 war die damalige Kirchenbrücke zu dieser Zeit nicht bedeckt.
Eine Auskunft über einen Brückenneubau mit einer erstmals steinernen Brücke ist mit dem 25. Januar 1893 datiert. Dabei wird festgehalten, dass der Kirchenbrückenneubau ausgesetzt wird, da noch Untersuchungen durch den Baumeister Lindner aus Flöha durchgeführt werden müssen. 1897 ist es dann so weit. Am 30. Juli ist eine hölzerne Notbrücke flussaufwärts der alten Brücke fertig gestellt und die alte Brücke ist abgebaut.

Das plötzlich nach Dauerregen einsetzende Hochwasser brachte den Bau in größte Gefahr. Auf die Notbrücke wurden alle verfügbaren mit Steinen beladenen Wagen aufgestellt, um die Brücke zu beschweren. Es gelang. Unter Einsatz ihres Lebens konnte mit Hilfe der italienischen Bauarbeiter die Brücke gehalten werden. Die Abflussmenge des Wassers an der Mündung betrug damals 910 Kubikmeter pro Sekunde, 2002 waren es an gleicher Stelle etwa 1200 Kubikmeter pro Sekunde.

Die Brücke hat nun über 120 Jahre den Verkehr bewältigt und damit ihre Grenzen erreicht. Auch sie hat vieles erlebt. Zu erinnern ist an die immer wieder kehrenden Hochwasser. So waren die Einwohner 1909, 1932, 1954, 1958, 1970 immer wieder von Wassermassen bedroht. Aber nicht nur Wassermassen hatte die Brücke abzuwehren Als zu Kriegsende am 15. April 1945 die Sirenen zum 15 minütigen Feindalarm aufheulten, sollte die Kirchenbrücke noch in letzter Minute gesprengt werden. Nicht nur der Verkehr, auch die gesamte Wasserversorgung wäre damit für den Ort zusammengebrochen. Ein letztlich einsichtiger Reserveleutnant der Deutschen Wehrmacht, im Zivilberuf Lehrer, der  Flöha verteidigen sollte war so einsichtig und verhinderte das. Akute Lebensgefahr bestand jedoch im Juli 2002, als sich mit dem Vb- Tief „Ilse“ ein Hochwasser anmeldete, dass in seinen Ausmaßen vielen Generationen hier lebender Menschen unbekannt war. Mit 1200 Kubikmeter pro Sekunde Abfluss beider Flüsse an der Mündung wird es vom Umweltfachamt Chemnitz als ein 300jähriges Hochwasser gekennzeichnet. Das dabei oberhalb der Brücke der Pfeiler der Hilfsbrücke durch Unterspülung zusammenbrach und sich die Notbrücke wie ein Rammschild vor die alte Brücke querstellte, verschlimmerte die Lage beträchtlich. Wir haben alles erlebt und auch mit der schnellen Unterstützung vieler freiwilliger Helfer bewältigt Die interimsmäßig instand gesetzte Brücke wird nun bald Geschichte sein.

Die Arbeiten für den Bau der neuen Brücke haben begonnen, zunächst mit den Vorbereitungsmaßnahmen zum Abriss der alten Brücke und mit Sicherungsmaßnahmen. Der Stadtrat entschied sich für eine neue steinerne Brücke mit einem schlanken Mittelpfeiler. Eine Notbrücke ist nicht vorgesehen. Nach den Planungen soll die neue Brücke aus heutiger Sicht bis zum 31. Dezember 2020 fertig gestellt sein.

PS. Für eine etwa vergleichbare steinerne Gewölbebrücke über die Zschopau in Plaue im Jahr 1909 erbaut, wurde der Baubeginn einer Hilfsbrücke mit dem 23. Juni 1909 und die Schlusssteinlegung an der neuen Brücke mit dem 15. Oktober 1909 angegeben. Da drinnen verbargen sich noch der Abriss der alten Brücke und ein vor Baubeginn ausgehandelter Festpreis, der auch nicht überschritten wurde.

Video zum Baubeginn der neuen Kirchenbrücke am 4. November 2019

Artikel teilen

Fehler melden