Verkehrsinformationen

2 Tage Vollsperrung Erdmannsdorfer Straße B 180 vom 28.02 bis 29-02. Erdmannsdorfer Straße zwischen Fritz-Heckert-Straße und Eubaer Straße

Auf Grund von Baumfällarbeiten muss die Erdmannsdorfer Straße B 180 zwischen Fritz-Heckert-Straße und Eubaer Straße in der Zeit von 8-17 Uhr vollgesperrt werden. Die Umleitung erfolgt über die Augustubsurger Straße S 223 und Erdmannsdorf- wird entsprechend ausgeschildert.

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Der Abbau von Hornblendeschiefer

Eine geowissenschaftliche Betrachtung von Helmut Kroh

Grundmauer aus Hornblendeschiefer vom Heidelerchenbruch am Flöhaer Bahnhof. Foto H. Kroh

Im westlich der Rutsch gelegenen Heidelerchenbruch baute man bis 1954 Hornblendeschiefer ab. Der Abbau begann vor 1879, da er schon in der Geologischen Specialkarte von 1879 eingezeichnet ist. Letzter Betreiber des Bruches war Herr Naumann aus Flöha.
Der abgebaute Hornblendeschiefer wurde für Mauerwerk und als Schotter verwendet. So bestehen z. B. Widerlager und Pfeiler der 1897 errichteten Kirchenbrücke sowie die Grundmauern der Post und des Bahnhofes in Flöha größtenteils aus diesem Hornblendeschiefer.
Interessant ist das Vorkommen von Kupferglanz und Malachit in diesem Bruch, wovon schöne Belegstücke im Naturkundemuseum Chemnitz vorhanden sind. Leider ist dieser Hornblendeschieferbruch durch die Aschedeponie der Deutschen Reichsbahn völlig überkippt.
Ein weiterer Abbau von Hornblendeschiefer in ganz geringem Umfang erfolgte möglicherweise an einem kleinen Vorkommen in der Schweddey am Weg zu den Schwedenlöchern.
Nach Sichtvergleichen 2006 könnte dieser in Platten spaltbare Hornblendeschiefer zum Bau des Kalkbrennofens an den Schwedenlöchern verwendet worden sein.

Der Abbau von Phyllit
Phyllit baute man in mehreren kleinen Brüchen an der südlichen Beckengrenze ab.
Der größte Phyllitbruch liegt in der Struth ca. 100 m südlich vom Ende des Marktsteiges an der Höhe in Richtung Kalte Bach. Er ist ca. 30 m lang und 20 m breit bei einer Wandhöhe bis 8 m. In der Geologischen Spezialkarte von 1879 sind diese Brüche nicht eingezeichnet.
Eingezeichnet ist nur der Phyllitbruch in der Struth am Hauptflügel südlich vom Hahnebach nördlich der Kreuzung mit dem Marksteig. In diesem Bruch kommt ein in 4 mm dünne Tafeln spaltbarer Phyllit vor.
Wofür der abgebaute Phyllit verwendet wurde, ist nicht überliefert und an Flöhaer Bauten kaum noch feststellbar.
Möglicherweise verwendete man den wie Dachschiefer in ebene Tafeln spaltbaren Phyllit vor allem als Gehwegplatten oder ähnlichem. Interessant ist, dass die Kirchhofmauer in Flöha und das Dach eines Schuppens in Falkenau mit Phyllit aus einem nicht lokalisierten Bruch gedeckt sind.
In den Erläuterungen von 1907 zur Geologischen Spezialkarte ist nur erwähnt, dass der bei Schönerstadt vorkommende Phyllit „das Material zu Dachschiefer, Brunnenplatten u. dgl. liefert“.
Die Abbauzeiträume in den einzelnen Steinbrüchen sind mir nicht bekannt.
Nicht unerwähnt bleiben soll, dass es außerhalb des Flöhaer Beckens bei Falkenau, Schönerstadt und im Schwarzen Wald relativ große Phyllitbrüche gab.

Der Abbau von Glimmerschiefer
Glimmerschiefer wurde am Nordrand des Beckens in zwei kleinen Brüchen, möglicherweise nur für den Eigenbedarf und in einem Bruch nordwestlich des Wetzelbaches abgebaut. Der Abbauzeitraum ist mir nicht bekannt. Weitere Glimmerschieferbrüche sind nicht nachgewiesen.


Der Abbau von Sandstein  


Bruch an der Finkenmühle
In einem Bruch in der Nähe der Finkenmühle wurde ein bedingt feuerfester Sandstein für die Ausmauerung von Öfen gewonnen. Einer der Abnehmer war die Gießerei Hartmann in Chemnitz. Dieser Sandsteinbruch befindet sich in Privatbesitz, außerdem ist er von Privatgrundstücken völlig umbaut und dadurch nicht mehr zugänglich.

Ankes Bruch nördlich der Vorderen Ulbrichtschlucht

Ein weiterer kleiner Sandsteinbruch befand sich nördlich der Vorderen Ulbrichtschlucht. Man bezeichnete ihn mit einem östlich davon gelegenen Tuffbruch als „Ankes Steinbrüche“. Hier  wurde ein verhältnismäßig grobkörniger, weicher Sandstein gebrochen, der als feuerfestes Material für Schmelzöfen Verwendung fand. Über den Abbauzeitraum ist mir nichts bekannt. Allerdings sucht man diesen Sandsteinbruch heute vergebens, denn er wurde durch die Mülldeponie "Vordere Ulbrichtschlucht" des Landkreises Flöha/Freiberg zwischen 1992 und 1996 völlig überkippt, ebenso wie der östlich davon liegende Porphyrtuffbruch.
Weitere Sandsteinbrüche sind nicht nachgewiesen.

Der Abbau von Kaolinton
Nach den Erläuterungen von 1907 zur Geologischen Specialkarte ist der Quarzporphyr nördlich der Schweddey „stellenweise von Tage herein bis zu einigen Metern Tiefe zu einem weißen, gelblichen oder rötlichen Kaolinton zersetzt. Ein solches, sich durch seine Feuerbeständigkeit auszeichnendes Verwitterungsprodukt wurde früher in der Nähe der Schweddey in größerem Maßstabe gewonnen.“ Dieser Abbau könnte ein nördlich der Schweddey, nahe der Bahnstrecke Flöha - Dresden gelegenes, ca. 70 m langes, 30 m breites und 12 m tiefes Restloch im teilweise zu Ton zersetzten, direkt an den Phyllit grenzenden Quarzporphyr gewesen sein.

Der Abbau von Lehm
Den in mehreren Lehmgruben abgebauten Lehm brannte man um 1900 in vier dazugehörigen Ziegeleien zu Ziegeln. Die Ziegeleien befanden sich in Gückelsberg nördlich der B 173, westlich der Vorderen Ulbrichtschlucht nördlich der B 173, nahe der Luisenhütte und nördlich des Kirchenbruches. Die Ziegelei nördlich des Kirchenbruches existierte nach der Geologischen Spezialkarte 1879 noch nicht, ist aber auf Ansichtskarten von 1908 zu sehen und stellte 1922 den Betrieb ein. Wie Haldenfunde belegen, wurden in dieser Ziegelei auch hart gebrannte Ziegel, sogenannte Klinker, hergestellt. Der Straßenname "Zur Ziegelei" des ab 1996 hier angelegten Wohngebietes erinnert uns heute an diese ehemalige Ziegelei.  

Der Abbau von Mineralen – Hämatit (Roteisenerz) und Fluorit (Flussspat)
In einem Waldstück südwestlich der Schwedenlöcher in Richtung der alten Augustusburger Straße Flöha - Grünberg befinden sich zwei kleine Pingen mit Halden und ein möglicher Stolln aus östlicher Richtung vom Schweddeybach. Die Stollnhalde befindet sich rechts vom Schweddeybach.
Haldenfunde an den Schächten belegen den wahrscheinlichen Abbau von Fluorit und Hämatit.
Nach der Haldengröße zu urteilen, erreichte der Abbau einen ganz geringen Umfang oder es handelte sich nur um einen Versuchsbau, der sich auf eine zum Verwerfungsgebiet von Grünberg gehörende Gangspalte beschränkte. Über den Abbauzeitraum ist mir nichts bekannt.
Interessant ist, dass in einem Waldstück in Plaue, zwischen der alten (Plauberg) und der neuen Straße nach Grünberg - Augustusburg rechts vom Mörbitzbach der Einbruch eines untertägigen Abbaus zu sehen ist, obwohl dort weder anhand von eindeutig nachweisbaren Halden, Pingen oder verbrochenen Stollenmundlöchern eine bergbauliche Tätigkeit erkennbar ist. Lediglich ca. 80 m hangabwärts in nordwestliche Richtung links vom Mörbitzbach befindet sich eine kleine Pinge mit Halde. Von diesem Schacht aus wäre ein Streckenvortrieb in südöstliche Richtung möglich gewesen. Es ist mir nicht bekannt, wann und was abgebaut worden sein könnte.
Abschließend sei erwähnt, dass östlich vom Flöhaer Becken im als Zechengrund bekannten Schieferbachtal bei Falkenau seit Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1843 mehrmals Abbauversuche auf Silber erfolgten.
Verbrochene Stollenmundlöcher, Kunstgrabenreste, vor allem Restlöcher (Pingen) von 16 Schächten mit Halden bezeugen noch heute diesen Bergbau. Die mit 9 m Tiefe und bis 17 m Durchmesser größte Pinge sowie die mit 30 m Länge, 18 m Breite und bis 11 m Höhe größte Halde gehören zum einstigen Kunstschacht.
Eine Waschsand- und eine Schlackenhalde beweisen, dass die Erze in der Frühzeit des Abbaus direkt im Zechengrund geschmolzen wurden.

Quellennachweis:

  • Geologische Specialkarte des Königreichs Sachsen, Sektion Schellenberg - Flöha, deren
  • geologische Aufnahme 1879 abgeschlossen wurde, dazu Erläuterungen von 1907.
  • "Das mittlere Zschopaugebiet" aus "Werte unserer Heimat", Berlin 1977
  • Eigene Beobachtungen ab 1953

Quellennachweis (gesamt):Weygandt-Eydamsches Tagebuch 1768 bis 1859

  • „Versteinerte Palme aus dem Thonporphyr-Steinbruch bei Gückelsberg“,
  • Heinrich Adolph Schippan, Freiberg 1825
  • Geologische Specialkarte des Königreichs Sachsen, Sektion Schellenberg - Flöha, deren
  • geologische Aufnahme 1879 abgeschlossen wurde, dazu Erläuterungen von 1907.
  • „Das Steinkohlebecken von Flöha in der Vergangenheit“, Paul Kleinstäuber 1922
  • Artikelserie mit dem Kürzel emf in "Deine Heimat" 1958 (über die Rutsch)
  • Flöha – Deine Heimatstadt, 1. Sonderheft von „Deine Heimat“ 12/1958,
  • Herausgeber Rat der Stadt Flöha (über den Bahnteich)
  • Das mittlere Zschopaugebiet" aus "Werte unserer Heimat", Berlin 1977
  • Gesteinsbestimmungsbuch Jubelt/Schreiter 1975 u. 1984
  • Antwort von Andreas Weise in der Freien Presse vom Januar 1986 auf eine Leseranfrage
  • „Zeugnisse der Erdgeschichte Sachsens“, Dr. Hans Prescher, Leipzig 1987
  • Einige Daten wurden den zwischen 1991 und 1998 durchgeführten
  • Historischen bzw. Orientierenden Erkundungen der in einigen dieser Brüche befindlichen Altdeponien entnommen.  
  • Freie Presse, 12.11.2004, Lothar Schreiter: „Vom Schulberg bis zum Ende von Plaue“
  • (Neubau eines Hauses 1856)
  • Veröffentlichung Museum für Naturkunde Chemnitz, 36 2013:
  • „Neue Florenfunde in einem Vulkanit des Oberkarbons von Flöha“,
  • Autorenkollektiv mit F. Löcse u. R. Rößler
  • Die Daten über den Abbau von Gesteinen stammen aus Berichten von Nachkommen der ehemaligen Steinbruchbesitzer und aus eigenen Beobachtungen in den Steinbrüchen ab 1953 sowie von verbautem Material an Häusern, deren Baujahr bekannt ist.

Phyllit mit Bohrlochrest

Anstehender Phyllit mit Bohrlochrest im Bruch nördlich der Kreuzung Marktsteig/Hauptflügel. Foto: H. Kroh
Anstehender Phyllit mit Bohrlochrest im Bruch nördlich der Kreuzung Marktsteig/Hauptflügel. Foto: H. Kroh

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