Verkehrsinformationen

Vollsperrung Talstraße Update Talstraße

Auf Grund von Instandsetzung der Talstraße kommt es zu einer Vollsperrung zwischen Augustusburger Straße und Rudolf-Breitscheid-Straße. Im weiteren Baufortschritt macht sich ab 19.10.2021 - 07.11.2021 eine Vollsperrung der Talstraße im Bereich der Kita erforderlich. Die Einbahnstraßenregelung wird aufgehoben. Es ist auf Gegenverkehr zu achten. Mit Einschränkungen im Bereich vor der Kita muss gerechnet werden.

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Der einstige Abbau von Quarzporphyrtuff* in Flöha

Eine geowissenschaftliche Betrachtung von Helmut Kroh

Bild mit Resten eines Türstocks und eines Rundfenstergewändes aus Tuff im Tuffbruck Flöha/Gückelsberg aus dem Jahr 1992. Foto H. Kroh

Tuffbruch Gückelsberg (Ranftbruch, Salamanderbruch)
Der größte Tuffbruch befand sich in Gückelsberg westlich der Höhe 348, nördlich der B 173. Der Porphyrtuff erreicht hier eine Mächtigkeit bis 50 m. Wegen des Vorkommens von Feuersalamandern ist dieser Bruch heute als Flächennaturdenkmal ausgewiesen.
Der Abbau begann vor 1815, denn in diesem Jahr fand Heinrich Adolph Schippan, Sohn des Flöhaer Lehnrichters Johann Georg Schippan, höchstwahrscheinlich in diesem Bruch ein Pflanzenfossil, das er 1825 als praktischer Geognost, Geometer und topographischer Planzeichner in einer Publikation als „Versteinerte Palme“ beschrieb. Stücke dieses Fossilfundes gab er an das „Wernersche Museo zu Freyberg“, an mehrere naturforschende Gesellschaften und an Freunde.  
Der Abbau muss in dieser Zeit ziemlich intensiv gewesen sein. Das Weygandt-Eydamsche Tagebuch berichtet 1822 von einem Unfall, bei dem am 4. September im Steinbruch Gückelsberg, in dem Werkstücke gebrochen wurden, ein 5 Zentner schwerer Stein Gottlob Richter bald erschlagen hätte.
Ab 1835 betrieb den Steinbruch Johann Friedrich Ranft.
Der Porphyrtuff dieses Bruches ist rötlich mit gelben Flecken, außerdem kommt noch ein gelber Tuff vor. Er lässt sich gut bearbeiten, da er relativ weich ist. Man verwendete ihn deshalb und wohl auch wegen seiner ansprechenden Farbe unter anderem für Tür- und Fensterstöcke, Säulen, Ziersimse, Mauerwerk und Futtertröge.

Der Abbau erfolgte von West nach Ost auf einer Länge von ca. 100 m, einer Nord-Süd-Breite bis 70 m bei einer Wandhöhe bis 21 m und dürfte um 1910 eingestellt worden sein.
Das links der Zufahrt zum Bruch gelegene Anwesen der Steinbruchbesitzer gibt ein schönes Beispiel, wie vielseitig der Porphyrtuff verwendet werden kann. Auf einem noch erkennbaren Platz unmittelbar an der Dresdner Straße, vor einer Trockenmauer aus Porphyrtuff, stellten die Steinbruchbesitzer ihre Erzeugnisse zum Kauf aus. Die 1974 noch im Bruch liegenden Reste gefertigter Werkstücke belegten die Vielseitigkeit der Verwendung dieses Tuffs.
Den an Flöhaer Häusern sichtbaren Porphyrtuff kann man meist nicht eindeutig einem bestimmten Abbauort zuordnen.

Tuffbruch am Pfarrwald
Erwähnenswert ist noch ein Tuffbruch am Pfarrwald. Im weißen Porphyrtuff dieses Bruches waren verkohlte und verkieselte Holzreste aus der Zeit des Rotliegenden zu finden.
Der Abbau in diesem Bruch begann um 1800 und wurde bis etwa 1860 betrieben. Man baute  in nordöstliche Richtung ab, die Zufahrt lag an der Südseite des Bruches. Beeindruckend waren die ca. 10 m hohen Steilwände an der Nord- und Ostseite des Bruches.
Der Tuff aus diesem Bruch ist an wenigen Flöhaer Häusern zu finden, so z. B. an der Kellertrennwand eines 1856 nach einem Brand neu erbauten Hauses.
Von etwa 1975 bis 1985 wurde dieser Bruch durch die Mülldeponie der Stadt Flöha fast vollständig verfüllt.

Sonstiger Porphyrtuffabbau  
Porphyrtuff wurde außer in den genannten Steinbrüchen noch in einigen kleinen Brüchen im Flöhaer Gebiet abgebaut, so z. B. nördlich der Vorderen Ulbrichtschlucht sowie am Pomselberg. Der Abbau erreichte bei Flöha jedoch nie den Umfang wie bei Hilbersdorf oder Falkenau.
Zwischen Falkenau und Oederan gibt es außer dem an der B 173 gelegenen großen Tuffbruch nördlich der B 173 im Oederaner Wald auf 1,2 km Ost-West-Länge Schürfgräben mit Abbauversuchen. 2006 fand ich in diesem Gebiet zehn größere Porphyrtuffbrüche, von denen vier Wandhöhen bis 23 m aufweisen. Einige dieser Brüche sind scheinbar sehr alt und in der Geologischen Specialkarte von 1879 nicht eingezeichnet.  (1 Siehe Stadtkurier Flöha, Nr. 09/2015 vom 19.08.2015)

Quellennachweis:Weygandt-Eydamsches Tagebuch 1768 bis 1859

  • „Versteinerte Palme aus dem Thonporphyr-Steinbruch bei Gückelsberg“,
  • Heinrich Adolph Schippan, Freiberg 1825
  • Geologische Specialkarte des Königreichs Sachsen, Sektion Schellenberg - Flöha, deren
  • geologische Aufnahme 1879 abgeschlossen wurde, dazu Erläuterungen von 1907.
  • "Das mittlere Zschopaugebiet" aus "Werte unserer Heimat", Berlin 1977
  • Einige Daten wurden den zwischen 1991 und 1998 von GEOS durchgeführten Historischen bzw. Orientierenden Erkundungen entnommen.  
  • Freie Presse, 12.11.2004, Lothar Schreiter: „Vom Schulberg bis zum Ende von Plaue“ (Neubau eines Hauses 1856).
  • Die Daten über den Abbau von Gesteinen stammen aus Berichten von Nachkommen der ehemaligen Steinbruchbesitzer und aus eigenen Beobachtungen in den Steinbrüchen ab 1953 sowie von verbautem Material an Häusern, deren Baujahr bekannt ist.

* Quarzporphyrtuff, auch Porphyrtuff oder nur Tuff genannt. Die neuere Bezeichnung ist Rhyolithtuff

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