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Verkehrsinformationen

Vollsperrung Augustusburger Straße ab 02.05.2022 Augustusburger Straße

Im Zuge des Baufortschrittes des Neubaus der Zschopaubrücke macht sich im Zeitraum vom 02.05.2022 - 07.10.2022 die nochmalige Vollsperrung der Augustusburger Straße B 180 Einmündungsbereich Erdmannsdorfer Straße erforderlich. Umleitung erfolgt über die Ortsumgehung B 173 n. Die Vollsperrung musste bis 19.12.2022 verlängert werden.

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Die Zschopaubrücke Plaue

Urkunde des Schlusssteins der Zschopaubrücke von 1909

Brücken haben im Allgemeinen etwas Verbindendes an sich. Sie verbinden die eine Uferseite mit der anderen. Das ist für uns heute ganz selbstverständlich. Für unsere Altvorderen war es das ganz und gar nicht. Sie mussten, falls notwendig, mittels Furten den Fluss durchqueren. Hohes Wasser schloss das mitunter wochenlang aus. Wir bemerkten das Fehlen der  Flussquerung schmerzlich bei dem Neubau der Kirchenbrücke und den damit verbundenen Einschränkungen. 

Eine Karte aus der Zeit um 1850 zeigt uns zwischen dem Wehr und der Einmündung der heutigen Bergstraße in die Straße zur Baumwolle allein vier Furten.  Dazu kommt noch „die strenge Furt“, eine Querung oberhalb des Wehres in Höhe des Kalten Baches für den wichtigen Fernweg von Chemnitz nach Dresden zu einer Zeit, als es die Landbrücke noch nicht gab. Wann in Plaue der erste Brückenschlag erfolge, ist heute noch nicht nachweisbar. In einer ersten verlässlichen Karte von Sachsen von Matthias Oeder um 1580 ist bereits eine Brücke eingezeichnet. 

Als im Jahr 1909 der Bau der zum Abriss stehenden Brücke begonnen werden  konnte, blickte man auch auf die Vorgängerbrücke zurück. 1827 erbaut, dominierte ein sehr mächtiger breiter, steinerner Mittelpfeiler den aufgelegten hölzernen Fahrweg. Seitlich verspannten ebenso gewaltige Widerlager das ganze Bauwerk. 

„Da die alte, obwohl an und  für sich noch im guten Zustande, den gesteigerten Verkehrsverhältnissen durchaus nicht mehr genügte, wurde in der Gemeinderatssitzung vom 22. März 1909 beschlossen, eine Steinbrücke von 10 Meter  Breite … , zu errichten.“ 

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts war man sich im Gemeinderat also im Prinzip einig, eine neue Brücke, die den gestiegenen Ansprüchen Rechnung tragen würde, zu errichten. Umfangreiche Untersuchungen waren vorausgegangen. Nach den 1906 durch die Königlich Sächsische Wasserbauinspektion Chemnitz fertiggestellten Planungsunterlagen riet der Amtshauptmann u. a. auch wegen der hier vorhandenen Strömungsverhältnisse zu einer Steingewölbebrücke ohne Mittelpfeiler. Das überzeugte die Gemeinderäte und sie beschlossen, eine Ausschreibung des Brückenbauauftrages im Dresdner Journal vorzunehmen. Von den 27 Bewerbern kamen schließlich sieben in die engere Wahl. Den Auftrag erhielt die renommierte Brückenbaufirma Liebold & Co. in Langebrück. Vertraglich vereinbart wurde eine Pauschalsumme von 44000 Mark ohne jede Nachforderung. Inbegriffen war das Abbrechen der alten Brücke, der Bau einer hölzernen Interimsbrücke von 3,5 Meter Breite und 2500 Kilogramm Tragfähigkeit in der Nähe der Zschopaufurt bei Fleischerei Franke und Schlosserei Streubel (in der Höhe der Bergstraße) und diese bis zur Fertigstellung  der neuen Brücke zu unterhalten. 

„Am 23. Juni 1909 wurde mit dem Bau der Interimsbrücke begonnen und am 3. Juli war dieselbe befahrbar, so dass Montag, am 5. Juli mit dem Abbruch der alten Brücke begonnen werden konnte,

zu gleicher Zeit wurde mit dem Abbruch des alten Brückenhäuschens begonnen,…“

Die Schlusssteinlegung bei der neuen Brücke erfolgte am 15. Oktober des gleichen Jahres, also nach etwas mehr als drei Monaten!

In einer Urkunde erhalten wir einen näheren Einblick in die Lebensumstände  zu dieser Zeit: 

„Urkunde - zur Schlußsteinlegung der neuen Zschopaubrücke -Flöha, den  15. Oktober 1909 - Heute, am Tage der Schlußsteinlegung für die neue  Zschopaubrücke wurde folgende Urkunde im Schlußstein eingelegt. “

Darinnen beschreibt der Autor das Zeitgeschehen. Einen großen Platz nimmt die Darstellung der immer wiederkehrenden Hochwasser ein. Aufgelistet sind auch die Beschäftigten der drei  Firmen des Ortes. Tätig sind danach in der Baumwollfeinspinnerei und Zwirnerei Clauß 1200 Beamte und Arbeiter. Zur Tüllfabrik Siems gehören 600 Beamte und Arbeiter und außerdem noch 1400 Heimarbeiter. Letztlich arbeiten in der Buntpapierfabrik Wilisch 75 Beamte und Arbeiter. Ein größerer Raum wird auch den sozialen Leistungen der Firmen, dem Wasserleitungsbau für den Ort und den Häuserbau für die Beschäftigten in ihren Betrieben eingeräumt. Gedacht wird dem ältesten Einwohner. Er ist mit 82 ½ Jahren der Dorfälteste. Wir lesen: In dem kleinen Ort sind 17 Vereine aktiv. Mit 171 Mitgliedern glänzt der Militärverein gleich an der Spitze. In loser Folge sind zu nennen Spar-, Turn-, Konzertina-, Feuerwehr-, Gesang-, Radfahr-, Pfeifenverein  und so weiter.

Zu erfahren ist noch die Entwicklung der Einwohnerzahlen zwischen 1875 bis 1905. Wohnten 1875 in 74 Gebäuden 1014 Einwohner, so erhöhte sich der Bestand an Häusern 1905 auf 141 mit 2183 Einwohnern.  Zuletzt sind noch die Gemeinderäte um ihren Vorstand Hermann Streu dokumentiert. 

Ein notwendiger Ersatzneubau nach über einhundert Jahren Nutzung der jetzigen Berücke steht außer Zweifel.

Wollen wir hoffen, dass der Bau zügig und ohne größere Probleme vonstatten gehen kann.

Lothar Schreiter

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