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Vollsperrung Zur Baumwolle Zur Baumwolle

Die Straße Zur Baumwolle muss im Bereich des Baumwollparks auf Grund von Aufgrabungen der Mitnetz Strom vollgesperrt werden. Im Anschluss daran wird ein Teil des verkehrsberuhigten Bereichs in Höhe Zur Baumwolle 26 vollgesperrt.

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Zeit zur Klage – Mut zur Hoffnung

Foto: Stadtverwaltung Flöha/ Erik Frank Hoffmann

von Oberbürgermeister Volker Holuscha

Auf Initiative des Bundespräsidenten Frank-Walther Steinmeier gedenken die zwei großen Kirchen unseres Freistaates am 18. April 2021 der Opfer der Corona-Pandemie unter dem Motto „Zeit zur Klage – Mut zur Hoffnung“. Dieses Innehalten und Gedenken unterstützend nehme auch ich an diesem Tage Anteil an dem Leid zahlreicher Mitmenschen unter uns.

Das Coronavirus begleitet uns seit über einem Jahr in allen Bereichen unseres Lebens. Es bedrückt unser aller Denken, Handeln und Fühlen. Jeder von uns wurde die letzten Monate von der Sorge getrieben, ob infizierte Menschen in unseren Familien oder in unserem Umfeld schwerere Folgen der Erkrankung zu erleiden haben oder daran gar versterben könnten.

Scheinbar Genesene müssen langwierige Folgeschäden feststellen und wissen nicht, ob sie je wieder vollständig gesunden. Auch der Verlust einiger schwererkrankter Menschen unter uns ist zu beklagen. Angehörige, Freunde oder Nachbarn sind nachweislich an den direkten Folgen der Corona-Erkrankung verstorben. Sie starben zumeist einsam, ohne Begleitung der Angehörigen.

Aber auch die verfügten staatlichen Einschränkungen unseres Lebens lassen Erkrankungen an Körper und Seele hervortreten, die schwer heilbar sein könnten. Wie eine dunkle Wolke legt sich diese Pandemie über große Teile unseres Erdballs.

Auch wenn die wärmere Jahreszeit und die zunehmenden Impfungen uns hoffnungsvoller stimmen als noch vor Wochen, sind die Erkrankungsraten und Sterbefälle noch immer besorgniserregend.

Erinnern wir uns nach solch langer Zeit der Betrübnis, der Ängste und Entbehrungen an die Opfer des letzten Jahres. Nicht nur die an dem Virus Verstorbenen, welche den oft qualvollen Kampf um ihr Leben verloren haben.

Danken wir den vielen Ärzten und deren medizinischem Personal, die tagtäglich unter unvorstellbaren körperlichen und physischen Belastungen den Kampf gegen das Virus führen.

Nehmen wir auch Anteil an dem Leid der Angehörigen der an dem Virus Verstorbenen. Der plötzliche Verlust vormals gesunder, die letzten Wochen auch zunehmend noch recht junger Menschen aus ihrer Mitte, schmerzt nicht nur sie. So vieles wollte man noch gemeinsam erleben. Auch sie bleiben in ihrer Trauer oft einsam zurück.

Erinnern wir uns an die vielen Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeheimen, die seit mehr als einem Jahr ihre Angehörigen nur sehr begrenzt empfangen dürfen. Auch auf gesellige Zusammenkünfte in den Heimen warten viele von ihnen sehnsüchtig.

Die Menschen dieser Generation haben ein Leben lang Entbehrungen erduldet und in den Nachkriegsjahren Verzicht geübt, wie wir es uns heute nicht mehr vorstellen können. Vor allem ihnen verdanken wir unseren Wohlstand. Und doch stellt sich für manchen von uns die Frage, ob der so lange währende Verzicht auf die Nähe der Angehörigen ein würdiges Leben im Alter darstellt.

Ich kann diese Frage nicht beantworten. Dies müssen die Familien der Seniorinnen und Senioren für sich tun. Aber ich weiß, dass die Antworten sehr unterschiedlich sind. Denn auch die Angehörigen belastet die Ferne ihrer Lieben schwer.

Viele Familien stehen vor nie erahnten Problemen. Viele haben ihre Arbeit verloren oder müssen dies befürchten. Familie und Beruf sind in den letzten Monaten häufig schwer zu vereinbaren.

Betreuungsfragen, wochenlange Isolation, das Nichtvorhandensein von Freizeit- und Vereinsangeboten, Besuchseinschränkungen und damit verbundene verlorene Geselligkeit und Lebensfreude, fehlende Erholungsmöglichkeiten wiegen oft schwerer als die Sorge um das Ausmaß der Pandemie. Langzeitschäden für den familiären Zusammenhalt und soziologische Langzeitfolgen sind zu befürchten.

Das gesamtgesellschaftliche Ausmaß ist noch nicht abzuschätzen.     Es wird immens sein!

Daher will ich auch an die wirtschaftlichen Opfer heute erinnern. Kerngesunde Unternehmen sind mittlerweile angeschlagen oder mussten ihren Betrieb aufgeben. Eine Bilanz, die traurig macht. Manche sogar in die Hoffnungslosigkeit treibt.

Die Pandemie zeigt uns auf sehr erschütternde Weise wie verletzlich wir Menschen sind, wie unverzichtbar unser Miteinander ist und wir als gesellschaftliche Gemeinschaft doch gegenseitig aufeinander angewiesen sind.

Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis sind heute wichtiger denn je.

Und es bleibt mir unverständlich, dass angesichts so vieler erkrankter und verstorbener Opfer noch immer Menschen an der Gefährlichkeit des Virus zweifeln oder diese leugnen.

Im Artikel 2 unseres Grundgesetzes sind unsere persönlichen Freiheitsrechte verfassungsrechtlich definiert:

Das Recht auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit eines jeden von uns ist gleichgestellt mit dem Recht auf Leben und körperlicher Unversehrtheit.

Der Abwägung, wieviel Einschränkungen unserer persönlichen Freiheiten zur Wahrnehmung des Rechts auf Leben und Gesundheit notwendig sind, muss sich nicht nur die Politik stellen. Nein wir alle.

Gedenken wir den Verstorbenen und allen Belasteten und Geplagten. Seien wir uns des Wertes des Lebens und der Gesundheit in dieser Zeit bewusster denn je!

 

 

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