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Ab 03.05.2021 Vollsperrung Augustusburger Straße Augustusburger Straße

Bedingt durch Errichtung der Behelfsbrücke für den Neubau der Zschopaubrücke muss die Augustusburger Straße zwischen August-Bebel-Straße und Uferstraße vollgesperrt werden.

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Ein Jahr in der Pandemie

Flöhas Oberbürgermeister Volker Holuscha trägt als Symbol der gegenseitigen Rücksichtnahme einen Mund-Nasen-Schutz. Foto: Stadtverwaltung Flöha/ Erik Frank Hoffmann

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

die Welt befindet sich nunmehr seit über einem Jahr in der Corona-Pandemie und hat sich seitdem gravierend verändert. Wusste Anfang 2020 kaum jemand von uns was eine Pandemie für jeden Einzelnen so richtig bedeutet und welche weitreichenden Auswirkungen sie zur Folge hat, geschweige denn wie lange sich solch eine Katastrophe hinziehen kann, so sind große Teile der Bevölkerung nach 12 Monaten müde und resigniert. Die sich häufig verändernden Vorschriften der massiven Einschränkungen unseres Lebens verunsichern die Bevölkerung zunehmend.

Ich habe im April vergangenen Jahres diese Pandemie als die größte Herausforderung seit dem 2. Weltkrieg bezeichnet. Dies hat sich schmerzlich bestätigt. Eine Mitte 2020 in dem Ausmaß nicht zu erwartende zweite Infektionswelle, die sich seit Ende November vergangenen Jahres 4 Monate hinzog, ließ viele Bereiche unserer Gesellschaft an ihre Belastungsgrenzen stoßen. Eine scheinbar dritte Infektionswelle bricht über uns herein. War die Überforderung der Intensivmedizin und der drohende Kollaps unseres Gesundheits- und Pflegesystems um die Jahreswende die große Gefahr, kommt nunmehr noch eine Bedrohung vieler wirtschaftlicher und privater Existenzen hinzu. Auch wenn die Bundesregierung und der Freistaat Sachsen, entgegen der Praxis in anderen Ländern weltweit, den Unternehmen finanzielle Hilfsprogramme mehr oder weniger schnell zur Verfügung stellen, sind die massiven Ängste der Inhaber geschlossener Geschäfte, Dienstleitungen, Gaststätten und anderer Unternehmen begründet. Die eingeschränkte Öffnung der Kindereinrichtungen und Schulen stellen sicher ein Infektionsrisiko dar. Doch können unsere Kinder und Jugendlichen nicht mehr länger mit derart gravierenden Einschränkungen ihrer Betreuung und Unterrichtung in ihrer Entwicklung belastet werden. Häusliche Lernzeit und Wechselunterricht stellen vor allem die Familien vor enorme Probleme der Betreuung. Auch die erforderlichen Hygiene- und Testkonzepte sind personell abzusichern. Vergessen wird in dieser Diskussion um Infektionsketten in Schul- und Horteinrichtungen auch häufig, dass bei noch so strikter Trennung der Kinder in den Einrichtungen, eine Vermischung im Familien- und Freizeitbereich kaum zu verhindern ist.

Die Verantwortung der Politik auf Bundes- und Landesebene bestand in dieser Pandemie stets in der Abwägung zwischen dem Schutz der Gesundheit und des Lebens der Bevölkerung und den entstehenden Schäden in der Wirtschaft und der gesamten Gesellschaft. Erkenntnisse zum grassierenden Virus oder Erfahrungen im Umgang mit dessen Gefahren und Auswirkungen waren kaum vorhanden und verändern sich mittlerweile ständig. Aus heutiger Sicht weiß man, dass nicht jede Entscheidung zum jeweiligen Zeitpunkt angemessen und richtig war. Aber die Erfahrungen der letzten Wochen haben gezeigt, wie rasant sich das Infektionsgeschehen entwickelt, wenn eine trügerische Sicherheit zum fahrlässigen Umgang mit der Gefahr verleitet. Eine Pandemiestrategie, die uns unsere Lebensqualität schrittweise zurückgeben soll, verlangt von der Politik Verantwortungsbewusstsein und Weitsichtigkeit. Sie ist jedoch auch vom Verhalten jedes Einzelnen mit abhängig. Aus meiner Sicht ist es für unser aller Gesundheit und lebenswerter Zukunft umso bedeutsamer, dass die Schnelltestungen und besonders die Schutzimpfungen von möglichst vielen Menschen ernst und in Anspruch genommen werden. Auch die Hygieneregeln von angemessener Abstandshaltung untereinander und das Tragen der Mund- und Nasenbedeckung wird uns noch geraume Zeit begleiten. Diese drei Faktoren sind für mich die Voraussetzung, um in absehbarer Zeit in unseren Alltag wieder Normalität einziehen zu lassen, damit sich auch die Kultur- und Sportbereiche, Vereine und vielen ehrenamtlichen Projekte bald wieder betätigen können.

Eine generelle Anmerkung zum Impfmanagement: Es war vorauszusehen, dass ein so unvorstellbar schnell entwickelter und erprobter Impfstoff sich in seiner Wirksamkeit erst längerfristig in seiner positiven Wirkung beweisen muss. Auch sollte jedem klar gewesen sein, dass dessen Herstellung und damit die Verfügbarkeit zu Impfbeginn Zeit brauchen wird. Doch ein Impftermin-Management für ältere Menschen über 70 oder 80 Jahre per Hotline oder Internet anzubieten, ist einfach ein „Fehlschuss“. Wenn dann den impfwilligen älteren Menschen, welche meist kein eigenes Fahrzeug besitzen, noch zugemutet wird, mit Bus oder Bahn in weit entfernte Impfzentren zu fahren, dann ist das realitätsfern und unzumutbar. Eine zentral organisierte Terminvergabe, die auf die Menschen zugeht und Impfzentren in angemessenen Entfernungen würde die Immunisierung vieler Menschen beschleunigen. Damit kämen wir den erwünschten Lockerungen unserer Freiheits- und Persönlichkeitsrechte viel schneller näher. Die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister Mittelsachsens arbeiten seit längerer Zeit mit dem Landratsamt und dem DRK an einer Umorientierung der Impfstrategie, die realistisch Impfungen im Ort oder näherer Umgebung über Arztpraxen und mobile Impfteams anbietet. Seit Februar haben wir eine Liste der betreffenden über 80-jährigen Einwohner dem DRK zugesandt, mit dem Angebot einer Vor-Ort-Impfung in unserer Stadt. Eine von der Stadt und der ortsansässigen Ärzteschaft unterstützte Pilotaktion der Volkssolidarität zur Impfung ihrer Mitglieder verlief erfolgreich und hat die Impfteams des DRK spürbar entlastet. Dies könnte für weitere Impfaktionen in unserer Stadt beispielgebend sein. Eine Reihe von Ärzten wäre bereit, auch weitere Impfungen in der Stadt zu unterstützen. Deshalb möchte ich an dieser Stelle unseren Ärzten und deren medizinischem Personal sowie den Apothekern einen besonderen Dank aussprechen. Die ortsansässigen Mediziner haben mit ihrem Personal im Interesse der Gesundheit unserer Bevölkerung in den letzten Monaten Außerordentliches geleistet. Neben der Arbeit in ihren schon stark ausgelasteten Praxen waren sie jederzeit, oft unaufgefordert bereit Corona-Testungen und Impfungen vielfältig zu unterstützen. Die Apotheken rangen neben ihrer anspruchsvollen pharmazeutischen Handelstätigkeit anfänglich mit der Bereitstellung von ausreichenden Infektionsschutzmitteln und Mund- und Nasenbedeckungen. Nunmehr richten sie ihr Augenmerk auf die Bereitstellung von Schnelltests. Häufig wird das als Selbstverständlichkeit gesehen und findet zu wenig Anerkennung.

Es muss uns allen klar sein, dass die jetzigen Test- und Impfstrategien einen erheblichen Organisationsaufwand und immense Kosten für den Bund, den Freistaat und die Kommunen mit sich bringen. Die rasche Immunisierung großer Teile der Bevölkerung bietet den Ausweg aus der Krise. Auch freiwillige Schnelltestmöglichkeiten im Ort können unterstützen. Diese lassen sich aber nicht aus dem Boden stampfen und benötigen ausgebildetes Testpersonal. Vor allem jedoch müssen schnellere und unbürokratische Wege für verschiedenste Lösungsansätze aus der unsicheren Lage gefunden werden. Die Erfahrungen der Monate in der Pandemie haben mir gezeigt, dass unsere Gesetze und Vorschriften, wie auch die Zuständigkeiten der unterschiedlichsten Behörden, nicht auf eine pandemische Lage ausgerichtet sind und das Krisenmanagement oftmals behindern oder verzögern.

Auch müssen jetzt die Bewertungsgrundlagen (Indikatoren) von Einschränkungsmaßnahmen der aktuellen Lage angepasst werden. Wir werden aufgrund der zunehmenden Testungen noch einige Zeit mit hohen Infektionszahlen rechnen müssen. Darum muss die bisherige alleinige Ausrichtung auf den Inzidenzwert (Infizierte pro 100.000 Einwohner) mit der steigenden Impfquote, der Teststrategie und vor allem der Kapazitätsauslastung der Intensivmedizin als Beurteilungsgrundlage der Pandemieentwicklung verbunden werden. Für die Akzeptanz der politischen Entscheidungen ist es entscheidend, dass die Einschränkungen rational nachvollziehbar sind.

Letztlich ist festzustellen, dass die Bekämpfung des heimtückischen Virus nur gemeinsam zu bewältigen ist. Niemand weiß, wie sich die Infektionslage durch gefährliche Mutationen des Virus weiterentwickelt. Deshalb rufe ich erneut dazu auf: Werden wir uns der Brisanz der Lage immer wieder bewusst, auch wenn unser aller Geduld und Verständnis an Grenzen stößt. Wir alle haben es mit unserem Verhalten in der Hand, die ständig umherschleichende Gesundheitsgefahr einzudämmen. Auch wir werden lernen müssen, ähnlich wie bei bereits bekannten, weniger aggressiven Viren, mit solchen Gesundheitsrisiken umzugehen. Noch länger anhaltende Einschränkungen der Grund- und Freiheitsrechte der Menschen sind weder verkraftbar noch hinnehmbar.

Wir als Stadtverwaltung bemühen uns stets, unsere Arbeit und unsere Entscheidungen angemessen und nachvollziehbar darzustellen. Leider gelingt uns das durch die sich tagtäglich gravierend veränderte Informationslage nicht immer oder nur zeitverzögert. Sie können aber versichert sein, dass alle Angestellten in allen Einrichtungen auch weiterhin unermüdlich an der Bewältigung dieser Krise arbeiten.


Ihr Oberbürgermeister

Volker Holuscha

geschrieben am 24.03.2021

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