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Vollsperrung Gehweg und halbseitige Sperrung Fahrbahn Lessingstraße- betrifft Berufsschulzentrum

In Höhe des beruflichen Schulzentrums auf der Lessingstraße wird der Gehweg vollgesperrt und die Fahrbahn halbseitig. Es werden Kanalarbeiten durchgeführt. Das Parken in diesem Bereich ist nicht möglich.

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Ein Stück Sportgeschichte

Radsport in Flöha

Rundstreckenrennen der Jugendfahrer in Flöha im Jahr 1956 . Dieter Wiedemann führt vor Gustav Peukert (Crimmitschau). Foto: Sammlung Liebscher

In Flöha kann man vielfältig organisiert Sport treiben. Aber eine  Radsportsektion gibt es nicht. Das war aber in Flöha nicht immer so. Darauf hat Andreas Liebscher im Rahmen einer Ausstellung aufmerksam gemacht, die unlängst im Gymnasium Flöha zu sehen war.
"Die Ursprünge des Radsports in Flöha reichen bis ins Jahr 1903 zurück, als der Radfahrerverein Saxonia sowie der Plauer Arbeiterverein Solidarität ihr Domizil in Gückelsberg hatten", sagte Liebscher.
Ein Neustart erfolgte nach dem 2. Weltkrieg in den 1950er Jahren, als die Radsportler des SC DHfK Leipzig unter Regie des Trainers Otto Busse im Gückelsberger Gasthof Quartier bezogen, um in Flöha und Umgebung ein Trainingslager abzuhalten. Dazu gesellten sich auch Fahrer von Fortschritt Lichtenstein. Darunter befand sich auch Bernhard Eckstein, der 1960 auf dem Sachsenring Amateur- Weltmeister wurde. "Damals gelang es den Verantwortlichen, dass in Flöha völlig unkompliziert ein paar Straßen abgesperrt wurden und darauf trainiert werden konnte", zitiert Liebscher einen Zeitzeugen.

Die sportlichen Männer auf ihren schmucken Rädern hinterließen bei den Flöhaern offenbar einen so großen Eindruck, dass sie selbst in die Pedale treten wollten. Deshalb wurde 1955 die Sektion Radsport gegründet. In dieser Zeit agierte Gerhard Fischer als Sektionsleiter und Trainer. Letzter Radsport-Aktivist in Flöha war Manfred Rast, der von 1968 bis 1971 die Fäden zusammenhielt. In seiner Trainingsgruppe fuhr auch Harald Wolf mit, der zunächst als Straßenfahrer begann, später zum SC Karl-Marx-Stadt wechselte und als Bahnfahrer 1980 bei den Olympischen Spielen den vierten Platz in der Einzelverfolgung belegte. Bekanntester Radsportler aus Flöha ist aber sicherlich Dieter Wiedemann. Er wurde 1964 Dritter der Friedensfahrt und beendete 1967 die Tour de France als 52. der Gesamtwertung. "Dieter hat bei mir das Einmaleins des Radsports gelernt, bevor er dann nach zwei Jahren nach Karl-Marx-Stadt gewechselt ist", sagte Fischer. Damals seien etwas mehr als 20 Radsportler in der Flöhaer Sektion aktiv gewesen. Insbesondere sattelten die Pedaleure bei Rennen im damaligen Bezirks Karl-Marx-Stadt auf, sie gingen aber auch überregional an den Start. "Ich denke dabei zum Beispiel an das Rennen ,Rund um die Hainleite' in Erfurt, an, Rund um Berlin', den Sportechopreis in Sebnitz oder die Harzrundfahrt", sagte Fischer. Nach seiner Zeit bei den Radsportlern gehörte er zu den Initiatoren, die in Flöha 1972 eine Volleyballmannschaft aufbauten. Als Manfred Rast 1971 nach Chemnitz zog, war die Geschichte des organisierten Radsports in Flöha zu Ende. Später fanden unter Gesamtleitung von Herbert Schleupner noch Rundstreckenrennen in Flöha statt. So gewann am 1. Mai 1982 Axel Großer vom SC DHfK Leipzig vor dem Chemnitzer Radikone Wolfgang Lötzsch und Wolf. Aber auch diese Veranstaltungen finden längst nicht mehr statt.

In den 1980-er Jahren organisierte Sportlehrer Peter Hüttner für Schüler mehrere Rad-Etappenfahrten auf touristischer Basis, die auch im Ausland stattfanden. Nach der Wende trainierten die Triathleten unter Dieter Buschbeck eifrig mit den Rennrädern und absolvierten dabei sogar Trainingslager in Italien. "Derzeit sind in Flöha einige Hobbysportler unterwegs, ich denke dabei zum Beispiel an die Ehepaare Fischer und Pilz", sagte Liebscher. Aber auch die Mitglieder der Gruppe "Flöhaer Radteufel", die einst von Peter Blasig aus der Taufe gehoben wurde, satteln regelmäßig auf. Im Konzert der Großen mischte in diesem Jahr Robert Walther mit. Der Freiberger wohnt seit einigen Jahren in Flöha, fährt für das Hainichener Radteam Berthold und nahm in Chemnitz an der Deutschen Meisterschaft teil. Während er beim Zeitfahren den 16. Platz belegte. musste er im Straßenrennen nach zwei Dritteln aufgeben.

Das Andreas Liebscher eine Radsport- Ausstellung organisierte, war so ursprünglich gar nicht geplant. Der Sportlehrer, Turner und Motorsportler hat mit einigen Gleichgesinnten in seinem Sportmuseum in der Alten Baumwolle einen beachtlichen Fundus an historischen Sportgeräten und Utensilien zusammen getragen, die er in regelmäßigen Abständen der Öffentlichkeit zeigt. "Eigentlich wollte ich in diesem Jahr Wintersportgeräte ausstellen. Doch auf einer Reise wurde ich im Deutschen Radsport-Museum in Bad Brückenau darauf aufmerksam, dass in diesem Jahr in Deutschland das Jubiläum 200 Jahre Fahrrad begangen wird. Und deshalb entschieden wir uns, auch in Flöha etwas in dieser Richtung zu machen", sagte Liebscher. Die Gäste der Ausstellung konnten sich viele interessante Rennräder, viele davon Leihgaben, sowie Schrittmachermotorräder anschauen. So hatte Harald Wolf, der noch heute in Flöha wohnt und hier einen Sanitär- und Heizungsfachbetrieb leitet, seine Bahn-Maschine zur Verfügung gestellt. Mit ihr war er 1980 in Moskau dabei. Und im Rahmen einer Gesprächsrunde, an der unter anderem auch Dieter Wiedemann und Harald Wolf teilnahmen, wurde vor rund 200 Zuschauern viel über vergangene Zeiten gesprochen. "Vielleicht gelingt es in Flöha nun, dass sich ein Initiator findet, der die Kräfte im Radsport wieder bündelt", hofft Liebscher darauf, dass in der Sportstadt Flöha eine alte Tradition wieder auflebt. (kbe)

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